A1: Atommüll-Zwischenlager schützen – Sicherheit an neue Bedrohungslage und Langzeitlagerung anpassen
| Veranstaltung: | Antrag "Atommüll-Zwischenlager schützen – Sicherheit an neue Bedrohungslage und Langzeitlagerung anpassen" des AK Atom |
|---|---|
| Antragsteller*in: | AK Atom (dort beschlossen am: 24.09.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 27.09.2026, 21:21 |
| Antragshistorie: | Version 1(27.09.2026) |
Kommentare
Tobias Balke:
regelmäßige, gründliche und unabhängige Überprüfung der Sicherheitskonzepte, Erforschung und Berücksichtigung der Alterung von Behältern, Gebäudeinfrastruktur und Gebäuden, des Langzeitverhaltens des Inventars, Überwachung und Erhaltung der Transport- und Umladefähigkeit, Überwachung der einzelnen Behälter, ein Reparatur- und Umladekonzept für havarierte Castoren (also vor allem Heiße Zellen), umfassend gesicherte Resilienz der Überwachung, Kommunikation, Stromversorgung, Zugangssicherung, Brandbekämpfung und weiterer sicherheitsrelevanter Systemen, radiologische Notfallplanungen, Aufnahme der Zwischenlagerung in die Liste der Kritischen Infrastruktur und natürlich Transparenz und Beteiligung sind alles - für sich betrachtet - gute und richtige Forderungen.
Allerdings: sie sind das nur im Rahmen eines Gesamtkonzepts der Zwischenlagerung, die umfassend, also auch und vor allem vor der Hauptgefahr wirksam schützt.
Und genau das leistet Euer Text eben nicht. Im Gegenteil: er versucht, die oberirdische Zwischenlagerung an allen 16 gegenwärtigen Zwischenlagerstandorten festzuschreiben, und das für bis zu hundert Jahre und eventuell noch länger. Damit versperrt Ihr die Augen gegen das wichtigste, bereits absehbare Ergebnis einer tatsächlich gründlichen und unabhängigen Prüfung der Sicherheitskonzepte: es ist unmöglich, oberirdische Zwischenlager (in Deutschland, zu politisch durchsetzbaren Kosten) dauerhaft zuverlässig gegen intensiven, professionell geplanten und ausgeführten Nuklearterror zu schützen.
Ohne diesen Schutz gegen die bei weitem größte Gefahr wäre aber jede Detailverbesserung, Nachrüstung, "Härtung" und wenn's hoch kommt, Ersatzneubauten an den 16 Standorten, jeweils zur Reduzierung weitaus geringerer Risiken sogar gefahrenverschärfend. Denn sie würde die amtliche „Rechtsfiktion“, an der Terrorsicherheit der Zwischenlager könne kein vernünftiger Zweifel bestehen, weil doch sämtliche vorgeschriebenen „Lastannahmen“ vorschriftsmäßig geprüft worden seien, für bare Münze nehmen. Und die ist eine lebensgefährliche Illusion. Lebensgefährlich nicht nur für wenige dutzend Menschen nahe am Lagerstandort – wie z.B. bei einem versagenden Fügedeckel -, sondern für viele Millionen Menschen in ganz Deutschland und auch in Nachbarländern.
Würde die BDK Derartiges billigen, wäre das eine krasse Fehlentscheidung und vollkommen unverantwortlich.
Es wäre ein Signal: Grüne sind gerne behilflich beim Modernisieren von Nebelwänden. Die würden im Ernstfall, gegen Intensivterror ungefähr so wirksam sein wie im Dreißigjährigen Krieg die Amulette, die "kugelfest" machen sollten.
Grüne würden damit vor den Schwierigkeiten der Hauptaufgabe kapitulieren, nämlich der Hauptgefahr rechtzeitig vorzubeugen.
Das könnt und das dürft auch Ihr nicht wollen.
Immer noch können wir uns darauf einigen, alle übrigen, für sich betrachtet, ja guten und richtigen Forderungen in den Globalalternativ-Antrag "Für eine terrorsichere Zwischenlagerung" zu integrieren. Das geht ohne weiteres.
bündnisgrüne Grüße,
Tobias